Beatles (-Musik) hinter Gittern in der Bochumer Justizvollzugsanstalt

Es ist Dezember 2017 und es findet der Weihnachtsstammtisch der Ruhrgebeatles-Gemeinschaft statt. Bernd Albers, von Beginn an ein Mitglied des Stammtisches, hält einen Vortrag und zum Schluss seiner Ausführungen berichtet er von einem Auftritt einer türkischen Rock Band in der JVA.

Vorsichtig stellt er im Anschluss die Frage, ob sich so etwas auch die Ruhrbeatles On Guitar vorstellen könnten. Bei der darauffolgenden Bandprobe im Januar 2018 wurde das Thema von der Band aufgegriffen und alle vier Musiker sagten nach kurzer Diskussion einen Auftritt in der Bochumer JVA zu. Wir nahmen Kontakt mit den verantwortlichen Mitarbeitern der JVA auf und verabredeten uns zu einem persönlichen Gespräch. Bei dem ersten Treffen wurden alle Details besprochen und der Termin des Auftritts im Mai 2018 stand schnell fest. Am 03.05.2018 war es dann endlich so weit. Alles war soweit vorbereitet, dass es nicht nur von Seiten der JVA, sondern auch von Seiten der Band zu einem besonderen Abend für alle Beteiligten werden konnte. Als Gäste der Veranstaltung waren auch einige unserer Stammtischmitglieder in der JVA mit dabei. Der Ablauf wurde akribisch von der JVA begleitet, damit auch unsere Gäste sich in der Krümmede wohlfühlen konnten, soweit dies möglich war. Kurz vor 17 Uhr kamen aus den verschiedenen Blöcken der JVA interessierte Häftlinge und nahmen in den Stuhlreihen ihren Platz ein.

Nach einer kurzen Begrüßung begann dann auch schon das Konzert. Das erste Lied passte exakt zum Wetter an diesem Tag: „ Here Comes The Sun“ von den Beatles. Nach den ersten zwei Songs verflog eine gewisse Angespanntheit der Band, die nicht zu verleugnen war und unsere Jungs spielten das vorbereitete Programm mit einer Spielzeit von 90 Minuten locker ab. Sie spielten eine bunte Songmischung u.a. mit San Francisco von Scott McKenzie, Mr. Tambourine Man von den Byrds bzw. Bob Dylan über I`m A Looser und Nowhwere Man von den Beatles bis zum Mitsinger Country Roads von John Denver. Eine Zwischenfrage aus Reihen des Publikums sorgte für eine gewisse Erheiterung: „Spielen die nur englischsprachige Titel? Helene Fischer wäre doch auch nicht schlecht!“ Da unsere Band vorwiegend Songs der 50er & 60er Jahre spielt, konnten wir leider nicht mit Helene dienen, aber über Rattles, Kinks, Buddy Holly, Travelling Willburys und Rolling Stones war sicherlich für viele der Besucher etwas dabei. Mit der Route 66 beendeten die Ruhrgebeatles On Guitar schließlich dieses für alle Beteiligten einmalige Konzert und Erlebnis. An dieser Stelle an alle die, die mitgewirkt haben, ein ganz herzliches Dankeschön.

Herzlichst, Ihr Norbert Fiedler

Unser nächster Stammtisch findet am 16.8.2018 in der Ritterburg statt.

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Wunschkonzert der Ruhrgebeatles On Guitar

Was war das wieder einmal für ein gelungener Abend. Der mittlerweile 16. Stammtisch unserer Ruhrgebeatles stand ganz im Zeichen eines Wunschkonzertes „unserer Band“. Seit einem Jahr gibt es nun schon die „Ruhrgebeatles On Guitar“ und zu Ihrem Repertoire gehören mittlerweile fast 100 Songs. Das kann sich nicht nur sehen, sondern auch hören lassen. Was haben die Mitglieder der Band an Zeit investiert, um in so kurzer Zeit so weit zu kommen. Da wurde geprobt, bis die Finger weh taten, da wurde Griff um Griff einstudiert, Akkord um Akkord, Texte, Nuancen, Details usw. Ich persönlich durfte das Wachsen dieses Projektes stets persönlich miterleben, denn die Proben fanden alle im hauseigenen Keller statt. Zum ersten Mal konnte ich verstehen, was es bedeutet, in einer solchen Form oder besser gesagt, Formation zu musizieren. Dass man die nötige Begeisterung für die Musik mitbringen muss, das ist sicherlich schon fast selbstverständlich, dass man ein gewisses Talent haben sollte, das war mir bewusst und dass es menschlich in der Gruppe stimmen sollte, auch das lag auf der Hand.

Schnell wurde deutlich, dass sich jeder der Musiker einzelne Aufgabenbereiche suchen musste, die es galt anzugehen. Dass sich im Laufe der Proben unterschiedlichste Stärken auf Instrumenten und im Gesang entwickelten, stellte sich sehr bald heraus. An dieser Stelle könnte ich Beispiel um Beispiel geben, aber das würde zu einem fast endlosen Bericht über die vielen Baustellen eines solchen Projektes führen. Zum ersten Mal hatte ich verstanden, welche Fülle an Aufgaben die Bandmitglieder angenommen hatten und was es bedeutet, eine Idee mit Leben und Strukturen zu füllen. Zurück aber zum 16. Stammtisch.

50 Songs hatte die Band den Mitgliedern unserer musikalischen Gemeinschaft vorgeschlagen. Jedes Mitglied konnte sich „seine 3 Lieblingssongs“ wünschen und dafür abstimmen. So ergaben sich die Top 15 Titel der Ruhrgebeatles. Einige Songs gefällig? I Should Have No Better – I‘m A Loser – Girl – Norwegian Wood –You‘ve Got To Hide Your Love Away – Hey Jude – Let It Be. Aber nicht nur Beatles Songs standen auf dem Programm. Hier noch ein paar weitere Beispiele:Who‘ll Stop The Rain – Wonderful Tonight – As Tears Go By – Teenager In Love- Mr. Tambourine
Man.

Letztendlich hier die Top 3 des Wunschkonzertes: 3. Platz: In My Life (Beatles) 2. Platz: Stand By Me (John Lennon) 1. Platz: Ferry Cross The Mersey (Garry and The Pacemakers)

Mit der Nummer Eins schließt sich dann auch wieder ein Kreis, der im August 2016 in Liverpool seinen Ursprung hatte, denn dort, an einem herrlich sonnigen Tag, direkt am Mersey, entstand die Idee eine Band zu gründen. Unser nächster Stammtisch, zu dem wir einen besonderen Gast begrüßen dürfen, findet am 15.2.2018 wie immer in der Ritterburg direkt neben dem Vonovia Ruhrstadion statt. Mehr über uns finden Sie unter www.ruhrgebeatles.de und
natürlich auch bei Facebook.

Die Idee entstand während einer Reise auf den Spuren der legendären Pilzköpfe in Liverpool. Geprobt wird in einem Keller in Stiepel.

„Norwegian Woods“ von den Beatles klingt aus dem Keller der Fiedlers bis hoch in die Küche. Gespielt wird das Stück von Hannes Fändrich, Jochen Schneider, Engelbert Peternelly und Glenn Fiedler an der Gitarre. Sie nennen sich die „Ruhrgebeatles on Guitar“ und haben aus dem Stammtisch Ruhrgebeatles heraus die Band vor circa einem Jahr gegründet. Weiterlesen

Eine „eigene Band“ des Ruhrgebeatles Stammtisches – Von der Idee bis zur Umsetzung

Wir schreiben August 2016. Die Sonne reflektiert sich auf dem breiten Strom des Mersey Rivers.

Eine wunderbare Stimmung herrscht in der Stadt der Beatles. Wir sitzen auf einer Dachterrasse eines Beatles Museums in Liverpool. Aus dem Lautsprecher klingt „ Ferry cross the Mersey“ von Gerry and the Pacemakers. Wir schauen hinüber zu den drei Grazien, den mächtigen und prunkvollen Gebäuden dieser schönen Stadt. Davor, fast ganz vorne am Fluss, die in Bronze sich dem Wasser und symbolisch der Welt zugewandten Statuen der Fab Four, der Beatles.

Ein herrlicher Tag, eine besondere Stimmung und es ist Beatles-Woche in Liverpool.

Mit 14 Ruhrgebeatles haben wir uns von Bochum aus auf den Weg nach Liverpool gemacht und wir haben diese Zeit in vollen Zügen genossen.

Wir waren im berühmten Cavern Club, dort, wo die Beatles am Anfang ihrer Karriere legendäre Auftritte spielten und wir waren in den Geburtshäusern von John Lennon und Paul in den Clubs unsere Musik gehört und viele Menschen getroffen, die ebenso wie wir, diese unvergessene Zeit immer wieder aufleben lassen. Überall in dieser Stadt lebt die Musik und es leben die Beatles.

Einer sagt fast murmelnd: So eine Band, das wäre doch was Schönes!

Da war sie leise ausgesprochen, eine Idee. Nur eine Idee? Seit dieser Minute hat sie uns nicht mehr losgelassen. Noch im Zug auf der Rückfahrt nach Manchester wurden erste Gespräche geführt, sich ausgetauscht, diskutiert und plötzlich war es wie ein Virus. Er lies uns nicht mehr los und wir wollten ihn auch gar nicht mehr los werden.

Kaum zu Hause angekommen erfolgte ein Aufruf an alle Ruhrgebeatles und schon hatten sich schnell Stammtisch-Mitglieder gefunden, die es kaum erwarten konnten, damit zu beginnen, eine Band zu formen. Kurz gesagt, drei Auftritte haben die Jungs mittlerweile über die Bühne gebracht und die Resonanz war einfach nur toll.

Wenn Sie lieber Leser das erleben würden, mit welcher Freude und Lust plötzlich Menschen unterschiedlichsten Alters miteinander musizieren, ich glaube, auch Sie hätten Ihr Vergnügen daran.

Auf jeden Fall sind die Ruhrgebeatles jetzt froh und glück- lich darüber, dass wir jetzt unsere „eigene Band“ haben. Da die vier Musiker ausschließlich mit Gitarren spielen, gibt es natürlich auch einen Namen, der das zum Ausdruck bringt: „Ruhrgebeatles On Guitar“.

An dieser Stelle lieber Leser, eine Frage bzw. Bitte: Unsere Musiker suchen noch einen Proberaum. Vielleicht fühlt sich ja jemand angesprochen oder hat eine Idee, wie er uns weiterhelfen kann. Vielen Dank an die Musikfreunde unter Ihnen im Voraus.

Übrigens fahren dieses Jahr schon wieder 24 Ruhrgebeatles nach Liverpool zur Beatles Week. Mal schauen, mit welchen Ideen sie diesmal zurückkommen.

6 Stammtische finden pro Jahr statt. An 3 Terminen spielen die Ruhrgebeatles On Guitar.

Wer also Lust auf tolle und melodische Musik aus den 60-er Jahren hat, der besucht einfach mal einen unserer Stammtische.

Bis dahin und Glück auf!